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„Silbacher Freiheit – Die Nazi-Diktatur und ihr Ende in einem Dorf im westfälischen Sauerland“

Neues Buch gibt Einblicke in die Zeit der NS-Diktatur.
Zeitzeugen aus Silbach schildern ihre bewegenden Erlebnisse

Silbach. Verfolgung und Angst, Zwang und Gewalt, Krieg und Zerstörung: Die Literatur über die nationalsozialistische Diktatur zwischen 1933 und 1945 füllt ganze Bibliotheken. Was aber bedeutete die NS-Herrschaft für die Menschen im Hochsauerland? Dieser Frage ist Philipp Schnorbus für seinen Heimatort Silbach nachgegangen und hat mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist so ein authentischer Einblick in die NS-Zeit in der Bergfreiheit Silbach.

Vor fast acht Jahrzehnten endeten der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Die Zahl derer, die über das Hitler-Regime, den Krieg sowie die Entbehrungen und Unsicherheiten der Kriegsjahre und ersten Nachkriegsmonate aus erster Hand berichten können, wird immer kleiner. Philipp Schnorbus aus Silbach hat mit Menschen gesprochen, die das Treiben der Nazis vor Ort, die Aktivitäten der NS-Jugendorganisationen wie auch das Kriegsende in der Bergfreiheit erlebt haben.

Nun ist sein über 200 Seiten starkes Buch erschienen. Der Titel: „Silbacher Freiheit – Die Nazi-Diktatur und ihr Ende in einem Dorf im westfälischen Sauerland“. Darin beschreibt der Autor nicht nur die Geschehnisse vor Ort, sondern ordnet sie in den historischen Kontext der politischen, militärischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von 1933 bis 1945 ein. Das Buch ist jetzt im Buchhandel sowie in Silbach bei „Der Laden“, Burgstraße 1, verfügbar.

„Überzeugte Nazis, die Menschen ausgrenzten, Regimegegner denunzierten und Kriegsgefangene misshandelten, Zerstörung und Tod, eifriges Mitläufertum – aber auch Menschen mit Courage und Haltung, die Anderen halfen und ihre Gegnerschaft zum Nationalsozialismus bekundeten: Dies alles gab es nicht nur in großen Städten, sondern auch direkt vor unserer Haustür“, fasst Philipp Schnorbus zusammen. „Das Unrecht und die Mechanismen der NS-Herrschaft werden realer, sobald wir uns mit einzelnen Schicksalen beschäftigen. Sie führen uns eindrücklich vor Augen, dass das Ende der Nazi-Diktatur eine Befreiung bedeutete und dass es sich auch heute lohnt, für unsere Demokratie einzustehen.“

Schnorbus geht in seinem Werk auf die Verhaftung von Silbacher Bürgern durch die Gestapo, die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung in der Umgebung und die Drangsalierung von Dorfbewohnern durch die NSDAP ebenso ein wie auf die unmenschliche Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen im Steinbruch bei Siedlinghausen, wo viele von ihnen zu Tode gekommen sind, und das Schicksal eines gebürtigen Silbachers, der im Konzentrationslager Flossenbürg „auf der Flucht erschossen“ wurde. Nicht zuletzt beschreibt der Autor, wie die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im April 1945 in die Stollen flüchteten, wo sie das Ende der Kämpfe und den Einmarsch der US-Amerikaner erlebten.

„Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind aus meiner Sicht der beste Geschichtsunterricht. Ich danke ihnen herzlich für ihre Bereitschaft, ihre Erlebnisse zu schildern und so zu veranschaulichen, was Krieg und Unrecht in Silbach und im Sauerland bedeutet haben“, so Philipp Schnorbus.

Das Buch: „Silbacher Freiheit – Die Nazi-Diktatur und ihr Ende in einem Dorf im westfälischen Sauerland“, ISBN: 978-3-7583-6436-5, BoD – Books on Demand. Erhältlich zum Preis von 16 Euro im Buchhandel und in Silbach bei „Der Laden“, Burgstraße 1.

Der Autor: Philipp Schnorbus, Jahrgang 1983, arbeitet als Führungskraft in der PR-Branche. Zuvor war er als Kommunikationsexperte in der chemischen Industrie sowie als freier Journalist im Hochsauerland tätig. Er ist in der Bergfreiheit Silbach aufgewachsen und studierte nach seinem Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg an der Universität Münster und hat einen Magister Artium in Politikwissenschaft, Kommunikations-wissenschaft und Zivilrecht erworben. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt/Main.