Exkursion nach Usseln und Küstelberg
Der Heimat- und Geschichtsverein Winterberg erlebte bei seiner jüngsten Exkursion eine ganz besondere Mischung aus Kuriositäten und einem Blick in die eigene Vergangenheit, deren Wurzeln eng mit dem ehemaligen Kloster Küstelberg verbunden sind.
„Kitsch, Kunst & Krempel“ sowie jede Menge Nostalgie
Das erste Etappenziel der Exkursion war das Curioseum in Willingen-Usseln. Hier wurden die Winterberger von der gigantischen Sammlung des Museumsgründers Hans Schlömer regelrecht überwältigt. Auf rund 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche gab es Schätze aller Art zu bewundern, die vor allem die Herzen von Nostalgikern höherschlagen ließen. Auf Hinweisschilder wird in der Ausstellung absichtlich verzichtet – die Besucher sollen die Exponate selbst entdecken und auf sich wirken lassen.
Neben historischen Traktoren und landwirtschaftlichen Geräten reihen sich zahlreiche Oldtimer und seltene Microcars aneinander. Für eine humorvolle Überraschung sorgte ein Ausflug in die Popkultur: In der Ausstellungshalle haben die Zeichentrickfiguren Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer ihr legendäres Steinzeit-Auto geparkt.
Doch die Zeitreise ging noch weiter. Nur wenige Schritte entfernt warten Giganten der Lüfte – eine Antonov An-2, der weltweit größte einmotorige Doppeldecker, und der legendäre Abfangjäger Lockheed F-104 „Starfighter“. Sogar ein echtes U-Boot der Seehund-Klasse aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Usseln gestrandet. Bevor es seinen endgültigen Standort vor dem Curioseum fand, sollte es bei einer Testfahrt im Willinger Waldsee eigentlich seine Tauchfähigkeiten unter Beweis stellen. Allerdings klappte das Auftauchen danach nicht mehr so ganz. Nach diesem kuriosen Highlight begaben sich die Winterberger Heimatfreunde auf den ernsteren Teil der Reise.
Auf den Spuren des Klosters Küstelberg
Der zweite Teil der Exkursion stand ganz im Zeichen des 750-jährigen Stadtjubiläums. In Winterberg ist das dreitägige Fest, das im Rahmen des Stadterlebnisses gefeiert wurde, noch in lebhafter Erinnerung. Den Anlass für die Feierlichkeiten gab die urkundliche Ersterwähnung der Stadt. Im Mittelpunkt dieses historischen Dokuments stehen die Privilegien des ehemaligen Klosters Küstelberg bezüglich der Winterberger Kirche.
Um tiefer in diese Historie einzusteigen, besuchten die Teilnehmer die St.-Laurentius-Kirche in Küstelberg. Das 1885 zunächst als Kapelle errichtete Gotteshaus steht exakt an der Stelle, an der sich einst die Klosterkirche befand. Bei späteren Anbauarbeiten stieß man auf die alten Grundmauern, von denen Teile heute im Inneren der Kirche zu sehen sind.
Küster Georg Bachorz glänzte nicht nur mit fundiertem Wissen über die Klostergeschichte, sondern konnte auch viel Interessantes über den Ort und die Chronik seiner Kirche berichten. So verfügte der Kölner Erzbischof Wigbolt von Holte bereits im Jahr 1297 aufgrund des rauen Klimas die Umsiedlung des Klosters nach Glindfeld. Dennoch blieb Küstelberg über Jahrhunderte ein bedeutender Wallfahrtsort der Marienverehrung.
Das absolute Prunkstück der Kirche ist die über 500 Jahre alte Marienstatue. Das lange Zeit verschollene und bis zur Unkenntlichkeit übermalte Heiligenbildnis wurde 1967 auf wundersame Weise auf dem Dachboden des Pfarrhauses wiedergefunden. Nach einer umfassenden Restaurierung erstrahlt es heute wieder in alter Pracht. Tief beeindruckt und mit vielen neuen Erkenntnissen traten die Winterberger nach einem ereignisreichen Tag schließlich die Heimreise an.

