Der Juli-Außenstammtisch 2026 fand im idyllischen Brunskappel statt. Der Besuch kam auf Einladung des Ortsvorstehers Klaus-Peter Körner sowie des Ortsheimatpflegers Matthias Senge zustande, welche die Gäste aus Winterberg herzlich willkommen hießen und fachkundig durch den Ort führten.
Der Ursprung von Brunskappel geht auf den Kölner Erzbischof Bruno I. zurück, der in seiner Amtszeit zwischen 953 und 965 im Negertal eine Kapelle errichten ließ. Aus dieser „Brunonis capella“ entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Ortsname. Während Brunskappel ehemals über 400 Einwohner zählte, liegt die Zahl aktuell bei rund 240 Bürgern. Dennoch ist das Dorfleben wieder spürbar im Kommen, was vor allem am außergewöhnlichen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft liegt.
Beim Rundgang durch den Ort lernten die Teilnehmer auch die Herkunft des kuriosen Spitznamens der Einheimischen kennen, die scherzhaft als „Leggenknäpper“ bezeichnet werden. Dieser Name rührt daher, dass die Brunskappeler ihre Häuser historisch an steilen Hängen und auf losem Gestein, den sogenannten „Leggen“, erbaut haben. „Knäpper“ bedeutet so viel wie Kletterer. Die Brunskappler bewiesen ihren Sinn für Humor, indem sie dem „Leggenknäpper“ am inoffiziellen Petersplatz ein Denkmal setzten.
Ein zentrales Thema des Nachmittags war die existenzielle Krise des Ortes in den 1970er-Jahren, als Brunskappel dem Bau der geplanten Negertalsperre weichen sollte. Das gesamte Dorf hätte für dieses gewaltige Hochwasserschutz- und Trinkwasserprojekt geflutet und somit komplett von der Landkarte ausgelöscht werden sollen. Erst nach jahrzehntelangem, erbittertem Widerstand der Bevölkerung und dem endgültigen Verzicht auf das Projekt im Jahr 1996 war die Zukunft des Ortes dauernd gesichert.
Zum gemütlichen Ausklang kehrte der Heimat- und Geschichtsverein in den örtlichen Dorftreff ein. Diese Lokalität ist das perfekte Symbol für den wiederbelebten Dorfgeist, da sie komplett in Eigenregie von der Dorfgemeinschaft betrieben wird. Insgesamt teilen sich 24 ehrenamtliche Wirte den Dienst hinter der Theke. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Brunskappeler ein Wirt ist. Bei kühlen Getränken und anregenden Gesprächen ließen die Winterberger Gäste den Tag Revue passieren und zeigten sich tief beeindruckt vom rekordverdächtigen Engagement und der Gastfreundschaft im Dorf.
